Seitdem der letzte Gemeindebrief Anfang März verteilt wurde bestimmt nur noch ein Thema das öffentliche Leben. Die Coronakrise hat unseren Alltag in einer noch nie dagewesenen Art und Weise verändert. Auch das kirchengemeindliche Leben steht still. Die vielen regelmäßigen Begegnungen in den einzelnen Gruppen und Kreisen mussten ausgesetzt und die geplanten Veranstaltungen abgesagt bzw. verschoben werden.

Besonders schmerzlich erlebe ich die Einschränkungen im öffentlichen Leben bei den Trauerfeiern, die nur noch im kleinsten Familienkreis auf dem Friedhof stattfinden können. Ich bin sehr dankbar, dass das Bläser-Quartett bestehend aus der Familie Kjer/Prechel mit gebührendem Abstand die Abschiednahmen musikalisch begleitet und mit den geblasenen Chorälen zu einem würdigen Rahmen beigetragen hat.

Seit zwei Wochen gestaltet sich der Alltag bei vielen überwiegend in den eigenen vier Wänden. Eine Frau erzählt, dass ihr Mann die Küche zum Arbeitsplatz umfunktioniert hat und die Kollegen aus der Firma sich dort ständig per Skype-Konferenz treffen. Schüler und Schülerinnen wurden bis zum Beginn der Osterferien von ihren Lehrerinnen mit Lernstoff und Hausaufgaben versorgt. Neue Worte ziehen in umserem Zuhause ein. »Home-office« ist in aller Munde und vom »Shut­down« wird gesprochen, um das Herunterfahren des öffentlichen Lebens zum Ausdruck zu bringen.

Es ist eine ernste Zeit, in der wir gerade leben. Doch es gibt auch Hoffnungszeichen: ein neues Miteinander, viele kreative Ideen, um der Krise etwas entgegenzusetzen, Menschen, die uneigennützig helfen. Auch das Hoffnungsläuten der Kirchenglocken täglich um 12 Uhr soll uns daran erinnern, dass wir nicht allein sind. Die Natur erwacht zu neuem Leben und ist Sinnbild dafür, dass es weitergehen wird. Veranstaltungen kann man absagen, Ostern – Gott sei Dank – nicht. Im Timotheus-Brief heißt es: Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Bleiben Sie behütet!
Ihr Pastor Stuck